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Konferenzrückblick: Das war die BASTA! 2014

Wie sich Microsoft neu erfindet

Marja-Liisa Jöckel

Nachdem Microsoft auf der BUILD weitere Details zum 2012 erwarteten Betriebssystem Windows 8 der Öffentlichkeit präsentierte, sind selbst eingefleischte MS-Gegner und Apple-Fanboys wie John Gruber von der Metro GUI angenehm überrascht.

Windows Reimagined

...ist die häufige Formulierung, die sich auf das neue Konzept der GUI bezieht. Metro kommt mit einem völlig neu gestalteten Startbildschirm daher.

Die User Experience erinnert dabei stark an Windows Phone 7 und die Xbox. Auch die bereits von Vista bekannten Widgets oder auch Gadgets laufen als "Tiles" (Kacheln) und bieten interaktive Bedienelemente statt statische Icons, die bei  Bedarf gezoomt werden können. Im Gegensatz zu Vista und Windows 7 ist die neue Interpretation des Interfaces als fortschrittlich zu bezeichnen. Neben der Unterstützung von HTML5-Elementen wird die von Microsoft entwicklete XML-basierte Beschreibungssprache XAML eingesetzt. Developer können darüberhinaus bei der App-Entwicklung auch native Sprachen wie C oder C++ einsetzen. 

Auch die Verwendung von Systemressourcen wurde optimiert. Um das System nicht mit parallel laufenden Apps zu überlasten, werden diese im Hintergrund automatisch geschlossen. Die Cloud übernimmt dann den Sync zwischen Geräten und Systemen, damit der Nutzer bei einem erneuten Aufruf der App bei dem Prozess landet, wo er sich ursprünglich befand. Zudem garantiert Microsoft, dass alte Windows-Anwendungen auch auf Windows 8 laufen. Der klassische Desktop von Windows 7 wird dafür wie eine App gestartet.

Ein Paradigmenwechseln wird nicht nur durch Microsofts Betonung der großen Zukunft Touch-basierter Devices deutlich sonder auch durch die Vorgaben, die MS versucht den Developern mit auf den Weg zu geben. Intuitive, klar strukturierte Apps mit wenigen Menüpunkten sollen es sein, die exzellent die Erledigung weniger Aufgaben ausführen und keine Megaprogramme mit unzähligen mehr oder weniger mittelmäßigen Funktionen. Zudem wird das Zusammenspiel von Apps fokussiert. Entwickler können mittels Funktionen wie Share, Search und Picker bestimmen, ob und welche Inhalte ihrer Apps von anderen Anwendungen in der Windowsumgebung genutzt und weiterverarbeitet werden können. Dies erleichtert bspw. das Sharen über mehrere Plattformen hinweg ohne das die aktuell verwendete App verlassen werden muss.

Windows Produktmanager Steven Sinofsky äußert zudem in einem Blogeintrag den zukünftige Abschied von Plug-In basiertem Browsern. Damit würde nicht nur der Akku geschont und die User Experience verbessert, sondern dies hat besonders Sicherheitsrelevante Aspekte. Damit verabschiedet sich Windows in Zukunft ebenso von Flash wie Apple. Sinofsky sagt zum neuen Metro Style IE folgendes:

One of the first things a lot of folks will try after installing the developer preview of Windows 8 will be the IE10 browser--the most used tool in Windows. IE 10 in the preview is Platform Preview 3 of IE 10.  You can read on the IE blog about the HTML 5 engine work we're doing. This post is about a big change in Metro style IE, which is the plug-in free experience. In Windows 8, IE 10 is available as a Metro style app and as a desktop app. The desktop app continues to fully support all plug-ins and extensions. The HTML5 and script engines are identical and you can easily switch between the different frame windows if you'd like. Metro style IE provides all the main navigation keyboard shortcuts and mouse support you've come to expect--creating tabs, moving between tabs, closing tabs, entering addresses, searching, and more. I'm using this browser full-time, and given the amount of time I spend in Windows Phone, the same experience and use of touch is definitely a plus. But you can decide on what works best for you, and not compromise. Dean Hachamovitch, who leads the IE team, wrote this post.  

Ob Microsoft sich mit diesem System zu einem ernstzunehmenden Apple-Rivalen erhebt, bleibt abzuwarten. Ebenfalls sind wir gespannt, ob sich die versprochene Abwärts-Kompatibilität nicht doch noch als Stolperstein herausstellt.

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