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Konferenzrückblick: Das war die BASTA! 2014

Microsoft schneidet sich ins eigene Fleisch Google umgeht Privatsphäreeinstellungen von Safari und Internet Explorer

Judith Lungstraß

Vor einigen Tagen war bekannt geworden, dass Google die Privatsphären-Einstellungen von Apples Web-Browser Safari umgangen hatte, um dort Cookies zu platzieren. Wie sich jetzt herausgestellt hat, hat Google auch die Einstellungen zum Datenschutz des Microsoft Internet Explorers umschifft - zwar mit einem anderen Mechanismus, aber mit demselben Ergebnis.

Mit Hilfe von Cookies lässt sich das Verhalten eines Internetnutzers beim Surfen nachvollziehen. Um den Nutzern größtmögliche Privatsphäre zu garantierten, blockt Safari jegliche Cookies von Drittanbietern ab. Nun hat aber Google einen Weg gefunden, den Browser glauben zu machen, Cookies von Drittparteien würden eigentlich aus erster Hand stammen. So konnten Cookies abgesetzt und Nutzer von iPhones, iPads und Macs getrackt werden.

Diese Meldung griff Microsoft sogleich auf, um Wind gegen Apple und seinen Browser Safari zu machen. Ryan Gavin, General Manager for Internet Explorer Business and Marketing, kritisierte Safari, verletzlich genug für solcherlei Angriffe zu sein und erklärte selbstbewusst, dass das mit dem Internet Explorer nicht hätte passieren können. Daran, dass Nutzern von iPhones, iPads und Macs überhaupt kein Zugang zum Internet Explorer offen steht, hatte er wohl nicht gedacht.

Wie sich jedoch nun herausstellt, hat sich Microsoft mit dieser Aussage ins eigene Fleisch geschnitten, musste Corporate Vice President des Internet Explorers Dean Hachamovitch doch einige Tage später zugeben:

Google is employing similar methods (to what it employed with Safari) to get around the default privacy protections in IE and track IE users with cookies.

Microsofts Internet Explorer blockt normalerweise Cookies von Drittparteien, außer wenn diese über ein sogenanntes P3P Compact Policy Statement verfügen, welches erklärt, wie genau das Cookie genutzt werden soll und versichert, dass er nicht zum Tracken von Usern verwendet wird. Googles P3P-Richtlinien schaffen es allerdings, vom Internet Explorer akzeptiert zu werden, obwohl keine Intention zur Verwendung der Cookies angegeben ist.

Google selbst sieht nichts Falsches an den Cookie-Praktiken dem Internet Explorer gegenüber. Microsofts P3P-Cookie-Technologie sei, da zugegebenermaßen aus dem Jahre 2002 stammend, veraltet und so nicht mehr durchführbar. Auch Facebook und Amazon würden schließlich eine Google-ähnliche Umgehung der P3P anwenden. So heißt es in Googles Statement:

It is well known - including by Microsoft - that it is impractical to comply with Microsoft's request while providing modern web functionality... Today the Microsoft policy is widely non-operational. A 2010 research report indicated that over 11,000 websites were not issuing valid P3P policies as requested by Microsoft..

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